Fasnacht Sissach

Das Sissacher Fasnachtsprogramm bietet neben den üblichen Veranstaltungen wie Umzügen, Kinderfasnacht, Festbetrieb und Fasnachtsfeuer auch zwei einzigartige Bräuche, namlich das «Hutzgüri» und das «Chluri».

Den Anfang der Fasnachtszeit in Sissach markiert am Donnerstag nach Aschermittwoch das Hutzgüri. Mit seinen  verkleideten Begleitern sucht das Untier Personen zuhause auf, die in der Lokalzeitung «Volksstimme» bereits vorgewarnt wurden.

Am Sonntagnachmittag findet der grosse Fasnachtsumzug mit vielen Cliquen, Guggen und Wagen quer durchs Dorf statt. Danach spielen Guggen und Cliquen bis gegen 18 Uhr frei auf den Strassen und Plätzen. Um 19:30 Uhr ist es Zeit für den Lampion-, Fackel- und Chienbäseumzug, der mit seinen Lichtern die Sissacher Strassen erhellt.

Am Montag um vier Uhr morgens, also gleichzeitig wie in Basel, findet der kleine, sympathische Sissacher Morgestraich statt, der mit einer Mehlsuppe beendet wird. Am Abend ziehen dann die Schnitzelbänkler nach einer festgelegten Route durch die Beizen.

Am Dienstagnachmittag vergnügen sich die Kinder in Begleitung von Guggen und Cliquen am Kinderball und am Kinderumzug. Der Umzug endet übrigens mit einer grossen Konfettischlacht! Am gleichen Abend sind die Guggen die Hauptakteure: in der Begegnungszone spielen sie in einem Monsterkonzert bis um Mitternacht. Der Festbetrieb geht auch danach noch weiter.

Am Mittwochabend dürfen in der Begegnungszone im Rahmen der sogenannten Wagenburg nochmals alle Fasnachtswagen bestaunt und sogar betreten werden. Auch die Beizenfasnacht ist an diesem Abend nochmals in vollem Gange - es wird intrigiert und gelacht und die besten Chluris werden prämiert.

Das Ende der Sissacher Fasnacht, jeweils am Donnerstag nach der Basler
Fasnacht, wird mit dem Verbrennen des Chluri (ähnlich dem Zürcher
Sechseläuten) begangen.



Geschichte:

Erste urkundliche Erwähnungen des Hutzgüris in Sissach und Umgebung gehen zurück auf das Jahr 1600. Es handelt sich offenbar um einen heidnischen Heischebrauch (Einfordern von Gaben), der zurück in die Alemannische Zeit geht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich das Hutzgüri in einen Heischebrauch armer Kinder verwandelt. Erst 1961 tauchte das Hutzgüri in Sissach wieder auf, geriet jedoch ein paar Jahre später bereits wieder in Vergessnheit. 1973 ging auch noch die Maske des Hutzgüris verloren, der Brauch schien endgültig beendet. Vor rund zwanzig Jahren ist das Untier glücklicherweise wieder auferstanden und bereichert seither die Sissacher Fasnachtszeit.
Fasnacht Sissach
4450 Sissach
Routenplaner

http://www.fgs-sissach.ch/

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