Fasnacht Pratteln

Das Fasnachtstreiben in Pratteln ist bunt, laut und ein Spass für Gross und Klein. Neben Umzügen mit Kostümen, Guggenmusiken und Waggiswagen werden auch Schnitzelbänke präsentiert und beim Festbetrieb ausgelassen gefeiert.


Am Samstagmorgen vor der Fasnacht startet der Butz, ein uralter, heidnischer Heischebrauch, der nur noch in Pratteln gepflegt wird.
Am Sonntagnachmittag beginnt der farbenprächtige Fasnachtsumzug mit dem traditionellen Böllerschuss. Am Abend des Fasnachtssonntags wird auf dem Mayenfels das Fasnachtsfeuer entzündet. Das dafür benötigte Holz wird in den Wochen davor in ganz Pratteln von den sogenannten Füürbiiger eingesammelt. Am gleichen Abend wird auf dem Pausenplatz des Grossmatt Schulhauses auch noch ein riesiger Schneemann aus Holz und Papier verbrannt. Begleitet wird das Spektakel von Tönen einer Horngruppe - diese ganz eigenen Klänge aus ausgehöhlten und speziell präparierten Kuhhörnern ertönen die ganze Fasnachtszeit hindurch in Prattelns Strassen.

Am Dienstag gehören die Strassen den Kindern. Dank der grosszügigen Mitwirkung der Wagencliquen und begleitet von Guggen sowie Trommler- und Pfeiffergruppen, dürfen die Kinder auf den Wagen mitfahren und Orangen, Konfetti und weiteres Wurfzeug unter den Zuschauern verteilen. Am Dienstagabend finden auch noch die Masken- und Kostümprämierungen im Kuspo und ein Guggenkonzert statt. In den Beizen und Cliquenkellern sind die Bänkler mit ihren Versen unterwegs.

Am Samstag nach der Prattler (und Basler) Fasnacht, organisiert der Musikverein mit dem traditionellen Cherus in der Kuspo einen würdigen Fasnachtsabschluss.


Geschichte:
Über die Herkunft des Butz gibt es verschiedene Versionen. Eine deutet auf das Relikt eines uralten Totenzuges hin, der die jährliche Wiederkehr der Toten darstellt, die von den Lebenden Gaben fordern. Eine andere sieht einen Zusammenhang mit dem römischen Weingott, dem Bacchus. Diesem soll, in der Hoffnung auf ein gutes Weinjahr, ein Tribut entrichtet werden.

Ende des 19. Jahrhunderts bettelten verkleidete Knaben um Eier, Wein und Geld. Da sie den erhaltenen Wein gleich selber tranken, wurde der Brauch 1883 von den Behörden verboten. Trotz des Verbots lebte der Butz weiter, was immer wieder den Unmut von Behörden und Pfarrern entfachte. Im Laufe der Zeit waren es Konfirmanden oder Stellungspflichtige, die durchs Dorf zogen. In den 1970er Jahren wäre der Brauch mangels Teilnehmender beinahe ausgestorben. Glücklicherweise setzte sich aber der Verkehrs- und Verschönerungsvereins Pratteln (VVPA) tatkräftig für sein Weiterbestehen ein.
Fasnacht Pratteln
4133 Pratteln
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